Interessante Studie zur Zukunft der Informationsgesellschaft


Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft haben in Berlin eine interessante Studie zur Zukunft der Informationsgesellschaft vorgestellt:  Demnach werden ab dem 2015 in Deutschland mehr Menschen das Internet regelmäßig über mobile Endgeräte als über stationäre Computer nutzen. „Zukunftsweisende Applikationen sind vor allem Navigations-, Ortungs- und Lokalisierungssysteme, Communities, Assistenten sowie die visuelle Darstellung von umfeldbezogenen Informationen (Augmented Reality). Die Weiterentwicklung flächendeckender, mobiler Breitbandtechnologie werde eine stimulierende Wirkung auf alle Bereiche der Wirtschaft haben“, so die Studie, die vom Münchner Kreis, EICT, Deutsche Telekom und TNS Infratest herausgegeben wurde. Ich gehe davon aus, dass das sogar früher der Fall sein wird, da die Smartphones eine rasante Entwicklung hinlegen und sich schon jetzt zu unverzichtbare Minicomputer entwickelt haben.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass die Informationstechnologie und Telekommunikation in den kommenden Jahren vor allem in den zentralen deutschen Branchen Automobil, Automatisierung und Maschinenbau, Energie, Medien und im Gesundheitssektor als Wachstumsbeschleuniger und Innovationstreiber wirken wird. Die Wirtschafts- und Technologiepolitik der kommenden Jahre müsse den Technologietransfer und die Technologieentwicklung in und zwischen den Wirtschaftssektoren gezielt stimulieren.

Spätestens 2024 werde das Internet das Unterhaltungsmedium Nummer 1 in Deutschland sein. Auch das eine sehr konservative Schätzung, wenn man sich die Downloadraten von Youtube und Co. anschaut. Dazu hat der WDR-Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar einige treffende Ausführungen gemacht: „Heute ist die Telefonie. Das Medium Internet wächst in einer Dynamik, die man nicht mehr verstehen kann. Wer meint, das Internet zu verstehen, liegt falsch. So hat die Distribution in der Musikindustrie einen Einbruch von 30 Prozent erlebt. Und man darf sich fragen, ob der Job des Verlegers ein Auslaufmodell ist. Die letzte Wetten, dass-Sendung hatte gut elf Millionen Zuschauer und zählt zu den Einschaltquoten-Champions. Die Jeff Dunham-Show ist viel bekannter. Sein Internet-Video ‚Ahmed the Dead Terrorist’ hat über verschiedene Internetkanäle allein in England 96 Millionen Downloads erreicht. Die Musik spielt nicht mehr bei ‚Wetten, dass’, die Musik spielt im Web“, meint Yogeshwar. Insofern kann ich die Aussage der Studie nicht teilen, dass die die demokratische Meinungsbildung weiterhin durch die öffentlich-rechtliche Rundfunkversorgung sichergestellt wird. Richtig liegen die Autoren mit ihrer Annahme, dass es ab dem Jahr 2020 für die Mediennutzer in Deutschland normal sei, ein und denselben Medieninhalt über verschiedene Träger zu nutzen – so werden zum Beispiel Zeitungsartikel auf dem mobilen Endgerät, Fernsehsendungen auf dem PC oder Internetinhalte auf dem Fernseher genutzt. Zeitungen und Zeitschriften würden nach Expertenansicht durch neue Medien ergänzt und in ihrer Nutzung konvergent erweitert. Danach wird es auch in den kommenden Jahrzehnten Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland ganz klassisch auf Papier geben und nicht nur digital im Internet. Auch hier sind wieder Zweifel angesagt. Da ist der Wunsch wohl Vater des Gedankens.

Die Studie kann man kostenfrei herunterladen.

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1 Response to “Interessante Studie zur Zukunft der Informationsgesellschaft”


  1. 1 Ole 6. November 2009 um 14:51

    In der Tat sind einige Schlussfolgerungen von den Interessen der etablierten Medien geprägt. Das Plädoyer für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk passt nun überhaupt nicht zu den Medientrends der Zukunft, genauso wenig wie das Riepl-Argumentarium über das Nebeneinander von Onlinemedien und klassischen Medien. Daran glaubt doch noch nicht einmal der Weihnachtsmann.


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