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Prinzipien der Recycling-Gesellschaft: Wiederverwendung vor der Verwertung

Bei der hitzigen Debatte über das Kreislaufwirtschaftsgesetz ist das ökologische Prinzip wohl unstrittig, Produkte wieder aufzufrischen, zu erneuern und für eine Wiederverwendung zu sorgen. Das berichtet pressetext. Am Beispiel von Handys gelinge das über die sogenannte Refurbishing-Methode.

„Die Verlängerung der Lebensdauer von Handys ist ein wichtiger Punkt, der in der Recyclingdebatte nicht vernachlässigt werden sollte. Über eine ausgefeilte Wartung und Reparatur kann man eine Menge erreichen“, erläutert unser Kollege Dirk Müller .

Wichtig ist eine geordnete Aufbereitung der Geräte und deren Verkauf und wenn gar nichts mehr geht, um eine fachmännische Entsorgung, um die Rohstoffe wiederzugewinnen. Zudem müsse generell bei alten Handys darauf geachtet werden, die Restdaten zu bereinigen – das gelte sowohl für die Wiederverwendung als auch für das Recycling. Bilder, SMS, Kontakte und Apps sollten über ein Update gelöscht werden.

Gerade die Reparatur ist oft ein wirksames und ökologisches Instrument im Umweltschutz. „Die lateinische Herkunft des Wortes ‚reparare‘ meint nicht nur wiederherstellen und ausbessern, sondern auch erneuern. Im Reparieren steckt eben auch Innovationspotenzial. Das gelingt nur mit Einfallsreichtum und Ingenieurskunst“, unterstreicht Müller. Ähnlich viel Geistkapital ist vonnöten, um den Abfall in einer Verwertungskaskade so lange wie möglich als Rohstoffquelle zu nutzen, bis er letztlich in einer Müllverbrennungsanlage landet.

Die deutsche Bundesregierung bekennt sich klar zur Recycling-Gesellschaft. An erster Stelle steht Vermeidung von Müll. Dann folgt Wiederverwendung, was man wiederverwenden kann. Denn dadurch lässt sich Energie sparen. Und dennoch: Recycling bedeutet immer auch, dass ein Stoff noch einmal unter Einsatz von Energie in einen bestimmten Zustand zurückgeführt wird, um daraus wiederum unter Einsatz von Energie ein neues Produkt herzustellen.

„Wenn ich ein Produkt aber weiter nutzen kann, weil es noch gar nicht sein Lebensende erreicht hat, ist die weitere Nutzung ökologisch am effizientesten“, sagt Helge Wendenburg, Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz beim Bundesumweltministerium, auf dem Abfall- und Bioenergieforum in Kassel. An dritter Stelle komme Recycling. „Wir müssen lernen, dass wir in Zukunft immer mehr Stoffe recyceln können.“

Dabei sollte aber der Weg über die normale Restmülltonne vermieden werden. Selbst über die in der Diskussion befindliche einheitliche „Wertstofftonne“ sei für eine Aufbereitung von E-Schrott nicht unproblematisch, so der Hinweis von Thomas Pretz, Leiter des Instituts für Aufbereitung und Recycling (IAR) an der RWTH Aachen, auf dem Kasseler Abfallforum. E-Schrott als Sortierprodukt wird im technischen Sortierprozess wohl zu einer erheblichen Verschlechterung der Qualität führen. Einen hohen Reinheitsgrad kann man bei elektronischen Altprodukten über Abfalltonnen nicht erreichen. Besser wäre eine Rückgabelogistik, der über Hersteller und Händler organisiert werden könnte.

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Warum man für den After Sales-Service in der Mobilfunkbranche IT-Kompetenz benötigt

Die dominanten Handy-Hersteller haben aus gutem Grund ihren Service ausgelagert. Das zählt nicht zu ihren Kernkompetenzen. Das können die globalen Konglomerate nicht richtig abbilden. Jeder Entwickler träumt zwar von Nullfehlerraten. Bei einem Smartphone wie dem Nexus One wachsen allerdings die Welten der Telekommunikation und der Informationstechnologie immer stärker zusammen. Die Handy-Minicomputer werden immer komplexer und da bleibt es nicht aus, dass es zu Fehlern und zu Schwierigkeiten bei der Bedienung kommt. Bei einem Produkt mit vielfältiger Technik und unterschiedlichsten Konfigurationen benötige man eine ausgefeilte Fehleranalyse, die über telefonische Dienste geleistet werden sollte. Bitronic stellt bei über 90 Prozent der Fälle bereits im Call Center fest, wo der Fehler herrührt. Wenn in der Gewährleistungsfrist Beanstandungen entstehen, reiche ein Internet-Portal mit einer E-Mail-Funktion nicht aus.

Für technische Produkte muss es zudem einen gut strukturierten und gut organisierten dezentralen Service geben. Bei einem Handy sei kein Kunde bereit, vier Wochen auf eine Reparatur oder auf das Zusenden eines neuen Gerätes zu warten. So ein Austausch darf nur wenige Tage oder Stunden dauern. Alles andere akzeptiert ein Handykunde heute nicht mehr. Der Servicepart sei immer eine Herausforderung, selbst wenn man wie Apple eine gute Vertriebsstruktur vorweisen kann. Und was es noch ankommt im After Sales-Service, haben wir im Interview mit NeueNachricht ausgeführt.

Teil 1 des Interviews.

Teil 2 des Interviews.

Teil 3 des Interviews.

Wie Social Media den Kundenservice wandelt

Kundenservice Social MediaPR-Blogger Klaus Eck hat sehr schön die Möglichkeiten beschrieben, wie man die Social Media-Kanäle für den Kundenservice einsetzen kann. Als Beispiel führt er Get Satisfaction an. Registrierte Unternehmen könnten hier alle Aktivitäten rund um die eigene Community steuern. „Kunden ist es möglich, auf der entsprechenden Get-Satisfaction-Seite Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und von Problemen zu berichten. Hilfe gibt es dann entweder von Mitgliedern der Community oder von den Angestellten des Unternehmens selbst. Wer als Unternehmen seinen Kundenservice mit Hilfe einer Community steuert, der profitiert im besten Fall vom Engagement der Mitglieder. Kunden, die über ein Problem klagen, finden oftmals direkt eine passende Lösung oder können ihre Frage in einer breiten Öffentlichkeit stellen. Antworten aus der Community lassen sich zudem bewerten und besonders hervorheben, wenn ein Mitarbeiter aktiv geworden ist“, schreibt Eck. Get Satisfaction sei eine zusätzliche Quelle, um die Kundenzufriedenheit zu messen, zu bewerten – und entsprechend zu reagieren. Bislang werde das Tool vor allem in den USA genutzt. In Deutschland gibt es mittlerweile die service-community.net. Ziel ist es nach Angaben der Betreiber, dass Kunden und Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, sich gegenseitig mit Ratschlägen oder Tipps zu helfen, Ideen zu diskutieren, sowie Erfahrungen auszutauschen – und das jederzeit und an jedem Ort. Interessante Studie und internationale Trends bietet der Blog der service-community.

Letztlich belegen beide Beispiele die Weiterentwicklung des Crowdsourcings für den Kundenservice. Selbst Medien können davon profitieren. So bringt die Website „Help A Reporter Out“ weltweit Journalisten und freiwillige Unterstützer zusammen. „Der Leser registriert sich und erhält anschließend drei Mails pro Tag mit Fragen von Journalisten. Die sehr simple Seite appelliert an das Verantwortungsgefühl des Einzelnen, Journalisten nicht mit Quatsch zu behelligen. Bis Anfang September war ‚Help a Reporter‘ so weit gewachsen, dass die über 80.000 Mitglieder monatlich 3.000 Fragen bekamen“, schreibt freitag.de. In Deutschland stecken wir da wohl noch in den Kinderschuhen und gelten noch als Social Media-Muffel. Das ändert sich allerdings seit diesem Jahr gewaltig.


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